Grips und Schaden

Drei Vollchaosköppe treffen sich zufällig an einer Flussgabel in den Untiefen der brandenburgischen Kiefernwälder.
Sie sind alle drei auf der Hut vor dem Gesetz.
Sie verbünden sich noch in der selben Nacht (bei Bandwein und Tofuweißbrot) in einem nahegelegnen befreundeten Fuchsbau zu einer Musikgruppe in Tateinheit mit Inhalten aus politischer Überzeugung.
Sie verstecken sich aktuell vor der Gendarmerie zwischen Sträuchern und Bäumen.
Um zu überleben haben sie das Kuchen-von-Fensterbrettern-Klauen perfexioniert.
Parallel entwickeln sie ihr Programm - mit dem Anspruch die Obstkuchenklauerei als politische Aktionsform zu verbreiten, und so die Revolution voranzutreiben.
Carla spielt auf den Saiten des Kontrabasses und der Geige dem Publikum das pure Staunen in die Augen.
Sie kann aber auch einen Stock und eine Geigensaite auf eine solche Art kombinieren, dass sich beides zusammen hervorragend zum Obstkuchen-durch-Schornsteine-Angeln eignet. „Raffst du die Saite noch ein wenig am Stock, kannst du damit gewiss auch 1A in Naziärsche pieksen.“ Carla, 2020
Mik wiederum spielt mit seinen Fingern so verrückt schnell auf der Gitarre, dass Polizisten, die eventuell was räumen, oder einfach so mal irgendwen hauen wollen, ganz verwirrt sind, und erstmal checken müssen, was überhaupt los ist.
Diese Fähigkeit hat schon so Einigen zur Flucht verholfen.
Ganz nebenbei hört sich das natürlich auch 1A an!
Konny spielt den soliden Wechselbass auf dem Akkordeon. Das macht er so lange, bis die fröhlichsten und melancholischsten Melodien in den Köpfen der Leute Verbindungen knüpfen und setzt so die in allen Menschen tief verwurzelte Sehnsucht nach Freiheit und einem selbstbestimmten Leben frei.
Diese Fähigkeit macht aus Einzelnen plötzlich Viele und hilft 1A beim Ärsche pieksen und Bullen verwirren.
Alle drei singen aus Leibeskräften den stürmischen Zeiten ihre Leidenschaft entgegen und sie sind überzeugt: Nichts ist zu spät, aber fünf vor zwölf ist es schon.
Grips und Schaden ist eine Band.
Sie beteiligt sich am Ringen um eine bessere Welt, in der Gewalt, Konkurrenz und Hierarchie zum Großteil der Vergangenheit angehören, weil kontinuierlich die Aufgabe im Vordergrund steht, sich selbst und allen Anderen ein fröhliches Dasein und eine Zukunft zu ermöglichen.